Warum sind Jungen so schwierig?

Jungen und ihr Klischee - Ein Plädoyer

 

Diesen Text schrieb ich, als ich heute Nacht um 4 Uhr in der Früh wütend wach wurde und nicht mehr schlafen konnte.

 

Gestern hatte ich ein Coaching mit einem Jungen, der von seiner Lehrerin wahrlich gemobbt wird.

Warum?` Weil dieser Junge wohl absolut ihrem Klischee eines Jungen entspricht. Und sie nicht wusste wie sie mit ihm umgehen soll.

 

Zusätzlich bekomme ich täglich Nachrichten von Eltern, Lehrern, Erziehern.... einfach Menschen die mit Jungen zu tun haben und sich fragen, warum ihre Söhne, Schüler, anvertrauten Jungen so sind wie sie sind: 

"so laut, so unangepasst, so unruhig, so schwierig?"

 

Was ist los, mit den Jungen von Heute?

 

Es gibt wohl oft Verunsicherung bei denen, die mit Jungen zu tun haben. Denen das Verhalten von Jungen und jungen Männern ein Rätsel ist. Die sich fragen warum Jungs scheinbar nicht mehr „funktionieren“, sich nicht anpassen, das „System stören“.

 

 Es gibt auch Verunsicherung bei den Jungen selbst.

 

Eine Geschlechtergeneration, die nach Orientierung sucht. Was belastet Jungen und junge Männer? Wo sehen sie sich zwischen Bewegungen wie #metoo, noFap, Incel, Pick up Artists und Alice Schwarzer? 

 

Was hat es auf sich mit virtuellen Welten, in denen sie sich verlieren und dennoch aufgehoben fühlen? Was tun gegen die Wirtschafts- und Verführungsmacht der Industrie, der neuen Medien und der globalen Handelsriesen?

 

Bezeichnungen wie Problemfälle, Tyrannen oder dumme Jungen sind nicht selten zu finden.  

Doch - es darf nicht darum gehen, Jungen in schlechtes Licht zu tauchen. 

 


"Wir müssen herausfinden wie unsere Söhne ticken, wir müssen versuchen sie zu verstehen, dann können wir sie auch unterstützen!"


 

Doch wie können wir Jungen, in Medien als „das schwache Geschlecht“ bezeichnete, bestmöglich unterstützen?

 

Allgemeine Antworten gibt es darauf keine.

 

Fakt ist: Jungen und junge Männer lassen sich nicht in die traditionellen und inszenierten Männerkategorien Macho, Nerd oder Weichei pressen.  „DIE“ Jungen gibt es nicht. Jeder Junge ist unterschiedlich.

Jungen sind keine undefinierbare Masse.

 


"Zum größten Teil sind es seine bisherigen Erfahrungen, die deinen Sohn zu dem machen, was er derzeit ist."


 

Jeder Junge ist das Ergebnis seiner bisherigen Erfahrungen, seiner familiären und kulturellen Sozialisierung und nicht zuletzt, seiner körperlichen und hormonellen Entwicklung. Jeder hat unterschiedliche Lebenslagen, Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnisse. Und Herausforderungen.

 

Daher müssen wir jeden Jungen als eigenständiges Individuum betrachten. Eine allgemeine Lösung für das „Problem“ Jungen kann es folglich nicht geben. Das ist eben nicht ganz so einfach. Da müssen wir schon genauer hinsehen.

 

"Die Welt hat sich verändert. Und deshalb müssen auch wir uns ändern." Barack Obama

 

Jungs von heute stehen ganz anderen Herausforderungen gegenüber als noch die Generationen ihrer Väter und Großväter. Die Lebensbedingungen haben sich grundlegend verändert: das beginnt schon im Alltag.

 

Den perfiden Verführungsstrategien mächtiger Weltkonzerne haben wir Eltern schon kaum was entgegenzusetzen, wie soll das einem Heranwachsenden gelingen?

 

Der Lebensraum ist abgesteckt, es gibt kaum Freiräume.

Eltern, die nur das Beste für ihren Sohn wollen, ihn vom Klavierunterricht zum Sporttraining fahren, die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur und genereller Leistungsdruck schränken die natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten drastisch ein.

Für Abenteuer und freie Entwicklung bleibt wenig Zeit und sehr wenig Platz. 


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"Jungs sind auf der Suche nach Antworten zu ihrem ICH, zu ihrer Männlichkeit und nach Vorbildern. Idealerweise männliche Vorbilder."

 

Das kann schwierig werden. Jungen von heute tun sich schwer, Männer zu finden, die sie als Vorbilder akzeptieren. Und umgekehrt, welche Männer wollen Vorbilder sein?

 

Ein Junge, auf einer Vater&Sohn Reise, erzählte von seinen Verunsicherungen: 

 "Es ist ganz schön schwierig ein Junge zu sein. Wenn ich so bin wie ich eigentlich bin, ist es falsch. Und wenn ich mich verstelle und verbiege, ist es auch falsch. Ich habe das Gefühl, ich bin an vielem, was in meinem Umfeld für Unruhe sorgt, Schuld.“  

 

So geht es vielen Jungs. Sie dürfen und somit können sie nicht so sein wie sie eigentlich sein wollen. Jungen sollen nicht wie Jungen sein. Zu laut, zu aggressiv, zu neugierig, zu wenig angepasst. Und an so vielem Schuld. Nur – schuldig sein setzt eine gewisse Absicht voraus. Mit Absicht ein Junge sein? 

 

Lass uns versuchen die Jungen von Heute zu verstehen. Das kann einer der Schlüssel für verantwortungsvolle Männer von Morgen sein. Jungs, die sich verstanden fühlen und auch verstanden werden. Wir Väter brauchen nur in unserer Vergangenheit kramen, um uns in die Jungen von heute hineinversetzen zu können. 

 

Wenn wir es schaffen unsere Söhne zu verstehen, wissen wie sie ticken, ehrliches und vor allem absichtsloses Interesse an ihnen und ihrem Verhalten zeigen, ist es einfacher für alle. Jungs brauchen Freiräume mit Regeln. Leitplanken, die Orientierung geben und dazwischen viel Platz haben, um zu entdecken, experimentieren und gestalten. 

 


"Lass uns nicht über die Probleme, die Jungen MACHEN reden. Lass uns über die reden, die Jungs HABEN."


 

Wir Väter müssen uns intensiver und weitreichender engagieren, in klassische Frauenwelten eintreten und den Unterschied machen. Lass uns in die Schulen gehen, am Geschehen teilhaben und den Lehrerinnen erläutern wie unsere Jungs ticken. Lass uns Frauen zeigen, dass Männer nicht per se aggressiv, destruktiv und kompromisslos sind. Lass uns aufbrechen zu einer neuen Männlichkeit, eine Männlichkeit, die zukunftsträchtig ist. Und den Jungen zeigt, dass es in Ordnung ist, männlich zu sein.

 

Lass uns nicht über die Probleme, die Jungen MACHEN reden.

Lass uns über die reden, die Jungs HABEN.

Wir könnten versuchen DEN Jungen zu verstehen, herauszufinden wie DER Junge tickt.

Er ist immer das Ergebnis dessen, was er in seinem bisherigen Leben erfahren hat.

 

Und es ist DEIN Sohn.


 

Ich bitte dich, wenn dir dieser Artikel gefallen hat, teile ihn!

Es geht doch darum unsere Söhne dabei zu unterstützen, zu verantwortungsbewussten, starken und selbstbewussten Männern mit Herz zu werden.

Die Jungen von Heute sind die Männer von Morgen.

 

Hier noch der Link zu

"Steh auf, wenn du am Boden bist",

das Lied, dass ich Jungs nach dem Coaching

gerne zuschicke. 

 

 

Wenn du Fragen hast oder Anregungen, schreib mir:

Anton@Maenners.com 

Bleibt munter

Anton

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Kommentare: 1
  • #1

    Karsten (Freitag, 23 Oktober 2020 08:58)

    Lieber Anton, ich ziehe meinen Hut vor deinem Engagement die Welt ein wenig zu verbessern. Vor allem aber unseren Söhnen dabei helfen ein glücklicheres Leben führen zu dürfen. Mein Sohn und ich waren im Sommer bei dir und der Urlaub zusammen mit den anderen hat ihn und mich zusammengebracht. Unsere Beziehung war davor schon gut, jetzt ist das aber eine ganz andere Nummer. Die tollen Abenteuer und (zu schaffenden) Herausforderungen sind ein starkes Konzept. Auch davor ziehe ich (und meine Frau) den Hut.

    Danke dir und alles Gute, bis nächstes Jahr
    Karsten