Die männlichen Archetypen

Die Urquelle männlicher Energie

Nach Carl Gustav Jung sind Archetypen universell vorhandene Strukturen in der Seele aller Menschen, unabhängig von ihrer Geschichte und Kultur. Sie können sich im Einzelnen und in Gesellschaften unterschiedlich realisieren. Jung fiel auf, dass «gewisse archetypische Motive, die in der Alchemie geläufig sind, auch in Träumen moderner Personen, welche keinerlei Kenntnisse der Alchemie haben, auftreten.» (C.G.Jung)

C. G. Jung´s 4 männliche Grundarchetypen „der Liebhaber, der Krieger, der König und der Magier“ eignen sich hervorragend, um den Zugang zum Ursprung des Mannseins, zu deinem MannSein, zu entdecken. Es sind Urenergien die in der Natur gestärkt und in den Alltag integriert werden sollen um integer und ausgeglichen sein Leben zu führen.

 



Wie zeigt sich das in  der Praxis?

Meinen ersten Kontakt zum Modell der Archetypen hatte ich bereits in jungen Jahren. Nur wusste ich damals nicht, dass meine jugendliche Unbeschwertheit auf eine Ausgeglichenheit meiner männlichen Archetypen zurückzuführen war. Es passierte einfach.

 

Ich bin in Kitzbühel geboren. Eine kleine, sehr bekannte Stadt  mitten in den Tiroler Bergen. Ich wuchs im Wald auf. Na ja fast. Direkt nach der Schule nach dem Mittagessen aber noch vor den Hausaufgaben ging es in den Wald. Wir waren ein eingeschworenes Team, wir fünf Jungs. Im Wald waren wir frei! 

 

Wir bauten „Lager“ -  so nannten wir die Löcher, die wir mit Tannenzweigen und Ästen tarnten und darin stundenlang verharrend mit hellwachen Sinnen auf (imaginäre) Feinde warteten. Wir rauften und beschossen uns mit Tannenzapfen. Wir fischten und machten Feuer.

 

Wir bauten Seifenkisten ohne Bremsen und rasten damit den Berg hinunter.  ging nicht darum, wer am Schnellsten war – darauf kam es nicht an – sondern wer am weitesten kam bevor die Kiste auseinanderbrach und sich überschlug. Es verging kein Tag an dem nicht einer von uns blutend versorgt werden musste.

 

Vor allem aber war es eine Zeit der Freiheit und der Ungezwungenheit. Wilde Jungs unter sich! Wir hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Auch gegen unsere Feinde vom Nachbarhügel.

 

Mehrmals am Tag tauschten wir die Rolle der Archetypen und verwendeten andere Ur-Energien im Umgang miteinander. Harald war der Meister der Tarnung. Wenn wir im Boden verschwinden und unsichtbar sein wollten, führte kein Weg an Harald vorbei. Dann war er der König. Unangefochten und von uns allen respektiert.

 

Unser Top Krieger war Walter. Zielstrebig, ausdauernd und konsequent ging er vor, wenn es darum ging Ziele zu erreichen. Wir machten mit und waren froh, dass er vorausging. Und zu Liebhabern wurden wir alle, wenn wir gemeinsam an einem besonders schönen Platz am Waldrand saßen und Grashalme kauend über Gott und die Welt philosophierend ins Tal schauten.

 

Und manchmal fragten die Jungs mich um Rat wenn sie nicht weiter wussten, die Eltern nervten oder in der Schule Dinge nicht ganz rund liefen. Dann wurde ich zum Magier. So gingen die Rollen rundum, meist mehrmals am Tag.



Was bewirken die Archetypen?

Heute, da ich mich intensiv mit dem Modell der Archetypen auseinander gesetzt habe, kann ich die positiven Energien meiner unbeschwerten Jugend besser zuordnen. Immer wieder denke ich an diese Zeit zurück. Oft wünsche ich mir, dass ich mehr von diesen jugendlichen Glücksgefühlen habe, dass es mir so einfach wie damals fällt in den Zustand des Flows zu kommen. Dieser Zustand in dem alles ganz leicht geht und sich Dinge wie von selbst  erledigen.

 

Aus hunderten Gesprächen mit Jungen und Männern aller Altersklassen weiß ich, dass es nicht nur mir so geht. Sehr viele Männer wünschen sich mehr Unbeschwertheit und Leichtigkeit im Leben. Oft wissen sie jedoch nicht, wie sie dies erreichen können. Der positive Zugang zu deinen eigenen Archetypen kann dir dabei helfen, deine männlichen Urenergien bewusster einzusetzen

 

Die meisten Jugendlichen und Männer leben einen dieser Archetypen überdurchschnittlich und vernachlässigen dafür die anderen Urkräfte.


Das ist dann so, als ob ein Rad nicht rund wäre – es rollt nicht. Oder als ob es nur eine Himmelsrichtung gäbe. Der Mann hätte keine Wahlfreiheit, er könnte nicht bestimmen in welche Richtung er gehen soll. Es gibt halt nur „Norden“ und sonst nichts. So oder so ähnlich ist es, wenn Männer nur einen der vier Archetypen leben.

Sie haben wenig Wahlmöglichkeiten und dementsprechend auch wenig Handlungsoptionen. In diesem Fall überwiegen die Schattenseiten der jeweiligen Archetypen, da laut Moore ein Archetypus den anderen benötigt, um seine volle Stärke und seinen vollen ganzheitlichen Nutzen zu entfalten.

 

In sich verkörpert jeder Mann:

Ø  den Liebhaber, der stellvertretend für Sinnlichkeit, Gefühle, Kreativität und Kommunikation steht

Ø  den Krieger, der für Mut, Kraft und Kampfeswille steht

Ø  den König, der für Ordnung, Verantwortung und Kontinuität steht, sowie

Ø  den Magier, der für den Blick nach innen, die seelische Reife und die Spiritualität steht.

 

Die Archetypen ergänzen sich und würden in ihrer ganzheitlichen Vollkommenheit sehr vieles im Leben eines Mannes positiv beeinflussen. Jedoch sind die Urbilder bipolar. Jedes davon hat auch eine Schattenseite, die häufig eine zerstörende Wirkung zeigen kann.