Hilfe, mein Sohn hat keine Freunde!

Immer wieder suchen besorgte Eltern meine Praxis auf, weil ihr Kind keine Freunde findet. "Mein Sohn hat keine sozialen Kontakte", oder "mein Sohn hat keine Freunde", das höre ich oft. Auch Emails mit dem Betreff: "Mein Sohn 10 findet keine Freunde" oder "mein Sohn 11 hat keine Freunde" landen in meinem Postfach. Ein häufiges Problem.

 

Jeder weiß, wie wichtig gute Freunde sein können: Wir tauschen uns mit anderen aus, lassen uns inspirieren, reiben uns aneinander, finden Bestätigung, wenn uns etwas gut gelungen ist und in weniger guten Zeiten spenden sie uns Trost und unterstützen uns in schwierigen Lebenssituationen.

 

Die ersten Freundschaften werden manchmal schon im Sandkasten geschlossen und sind eine gute Schule für das spätere Leben. Bereits dort lernen wir zu kommunizieren, zu teilen, Konflikte auszutragen aber auch uns am anderen zu freuen. Aber was ist, wenn der eigene Sohn oder die Tochter Schwierigkeiten hat Freundschaften zu knüpfen?


Deinen Sohn dabei unterstützen Freunde zu finden, ist ein Aufwand der sich lohnt: für dich, für sein Umfeld und für deinen Sohn selbst.


Die Gründe für fehlende Freundschaften der Kids können ganz unterschiedlich sein. 

Aber: Wann muss man anfangen sich Sorgen um sein Kind zu machen?

Kann man ihm dabei behilflich sein, Freundschaften zu knüpfen, aufzubauen und zu erhalten?

Ein wichtiger Punkt ist auch die Frage, ob Dein Sohn selbst den Kontakt zu anderen meidet oder ob er wegen seinem Verhalten ausgegrenzt oder gar gemobbt wird. Die Antworten zu diesen wichtigen Fragen findest du in diesem Beitrag.




Freundschaften sind wichtig

...sie geben Sicherheit, Entwicklungsmöglichkeiten und steigern das Selbstwertgefühl.

In der Kindheit wechseln die Freundschaften schnell, so schnell, wie sich auch die Kinder entwickeln. Im einen Entwicklungsschritt passt dieses Kind besser zum eigenen, im nächsten vielleicht schon ein anderes. Freunde kommen und gehen, einige bleiben, manchmal sogar ein Leben lang.

 

Ab der Pubertät werden diese freundschaftlichen Beziehungen außerhalb der Familie zusätzlich noch wichtig zur natürlichen Abgrenzung von den Eltern und für die Neuorientierung hin zum Erwachsenen. Trotz der Ablösung von den Eltern brauchen die Jugendlichen aber jemanden, der ihnen nahe steht und sie in allen Lebenslagen unterstützt, sei es bei schulischen Problemen, Liebeskummer oder Stress mit den Eltern - die Pubertät ist eine Zeit der Veränderung.


Freundschaften sind wie Abenteuer, immer spannend, immer abwechslungsreich und immer dafür gut, neue Sichweisen kennen zu lernen


Durch das wechselseitige Vertrauen unter Freunden wird auch das Selbstbewusstsein gestärkt: Jemand mag mich, ich bin gut, ich kann etwas! Konflikte werden in der realen Welt ausgetragen und steigern so die soziale Kompetenz. Der Junge lernt von und mit seiner Peergroup, also den Kids, die in etwa Gleichaltrig sind und ähnliche Interessen haben. 

 

Fehlende Freunde hingegen haben oft etwas mit geringem Selbstwertgefühl zu tun. "Ich bin nicht gut genug, um mit XY befreundet zu sein, er ist viel besser als ich.", so oder ähnlich spricht oft das Teufelchen auf der Schulter mit dem Heranwachsenden und schon steht er sich selbst im Weg. Es entsteht ein Gefühl der Minderwertigkeit, des Nicht-Genügens. Die Kinder sind nicht mehr unter sich, gerade Jungen verkriechen sich dann oft hinter Bildschirmen. Die virtuelle Welt ist einfacher.


TIPP: Das Männers-Programm "Lauter starke Jungs" ist genau dafür gemacht, deinem Sohn mehr Vertrauen in sich selbst zu schenken, ihn aus der virtuellen Welt zu locken und real erfahren zu lassen, wie wertvoll und einzigartig er ist, auch ohne Bestätigung durch Likes und Herzchen aus sozialen Netzwerken.

Mein Sohn hat keine sozialen Kontakte - warum?

Freundschaften lassen sich nicht erzwingen, sie müssen behutsam entstehen und wachsen und gut gepflegt werden. Wenn Dein Sohn keine Freunde hat, solltest Du Dir zunächst einmal mit ihm gemeinsam überlegen woran das liegen könnte.

 

Freunde zu haben gilt in unserer Gesellschaft quasi als Muss. Nur wer Freunde hat ist beliebt. Kein Vater und keine Mutter möchte hilfesuchend in die Internetsuche eingeben: „Sohn 11 hat keine Freunde", oder „Sohn 10 findet keine Freunde" und dennoch machen es so viele.

 

SOZIALE MEDIEN ALS ERSATZ FÜR REALE FREUNDE

Wer macht die coolsten Posts bei Snapchat, wer hat die meisten Follower auf Instagram? Im Berufsleben ist derjenige vermeintlich toll und erfolgreich, der tausende Kontakt auf sozialen Netzwerken wie Xing oder LinkedIn vorweisen kann, auch wenn er menschlich gesehen vielleicht in Wirklichkeit eine Niete ist. Für Jugendliche sind diese Netzwerke nicht leicht zu durchschauen, was schnell zu Verunsicherung und Minderwertigkeitsgefühlen führen kann.

 

Freundschaften sind nicht zwangsläufig notwendig, wenn das Kind ansonsten von guten sozialen Kontakten umgeben ist. Es gibt Kinder, denen reichen Eltern und Geschwister, sie brauchen nicht noch zusätzlich Freunde und sind damit vollkommen zufrieden. Dieser Zustand kann sich aber auch allmählich in Eigenbrötlerei verwandeln, weil der Input von außen fehlt, da ist wiederum Vorsicht geboten. Offenzubleiben für andere Menschen ist  gut.

 

EIN GRUND FÜR WENIG FREUNDE - DEIN KIND IST EINFACH ANDERS

Weitere Gründe für mangelnde Sozialkontakte können beispielsweise Beeinträchtigungen wie Tics, Stottern, ein körperliches Gebrechen oder Übergewicht sein und die daraus entstehenden Minderwertigkeitsgefühle. Kinder mit Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung, Brillenträger oder Kids mit physischen Behinderungen weichen vom "Normalen" ab und können Opfer von Hänseleien bis hin zu Mobbing werden. Die Minderwertigkeitskomplexe, die sich daraus entwickeln können, machen den Menschen zum Außenseiter und sogenannte "Opfertypen" haben leider selten Freunde.


Und... wie bist du so drauf? Bist du ein Vorbild für deinen Sohn? Weil Jungen eben durch nachahmen lernen und wenig durch das, was du ihnen sagst.


Aber auch das eigene Verhalten deines Sohnes, kann ausschlaggebend dafür sein, dass er keine Freunde findet. Wer ständig "klugscheißt", andere drangsaliert und zu keinem Kompromiss bereit ist, wird sich schwertun, Freundschaften aufzubauen.

 

Mach Dir bewusst, dass Dein Kind auch immer ein Stück weit Dein eigenes Verhalten widerspiegelt. Wie verhältst Du Dich anderen gegenüber? Wie gehst Du auf andere Menschen zu? Bist Du meist höflich und tolerant oder trägst viele Vorurteile mit Dir herum? Bist Du distanziert und verschlossen oder ein wahrer Menschenfreund? All das beeinflusst das Sozialverhalten Deines Sohnes und bestimmt ein Stück weit mit, wie gut er mit anderen Menschen in seinem Leben klarkommt und Freundschaften aufbauen und halten kann.

 

Weil Kinder durch nachahmen lernen, weniger durch Worte.




So kannst Du Deinem Sohn helfen

Oftmals braucht es einfach nur einen Kick, um Freundschaften in die Wege zu leiten. Schüchterne Kinder haben oft Mühe damit Kontakte zu knüpfen, sehr aktiven Kindern fehlt es hingegen oft am Fokus auf andere, wenn rundherum zu viel Ablenkung da ist.

 

UNTERSTÜTZE DEINEN SOHN

Es kann  hilfreich sein, wenn die Eltern das Zepter in die Hand nehmen und Treffen arrangieren, beispielsweise indem ein Kind mit Vater oder Mutter nach Hause auf einen Kaffee vorbeikommt oder man zusammen etwas unternimmt. Allerdings sollten diese Verabredungen immer gemeinsam mit dem Kind getroffen werden und nicht rein zweckgebunden.

 

Eine gewisse Sympathie zwischen den Kindern und den Erwachsenen sollte unbedingt als Basis da sein. Diese Methode der "arrangierten Freundschaften" funktioniert besonders gut bei Kleinkindern und vielleicht noch im Grundschulalter.

 

REDE MIT DEINEM SOHN

Mit deinem pubertierendem Sohn kannst du im Vorfeld reden, macht einen gemeinsamen Plan. Beziehe ihn mit ein. Ein Teenager würde den Braten riechen und ziemlich sicher mit Ablehnung reagieren, wenn er plötzlich „potentielle Freunde" vorgesetzt bekäme. Daher, seid ein Team und redet miteinander.

 

Aber - diese Freundschaftsversuche solltest Du nicht allzu oft machen, damit kannst Du Dein Kind schnell verunsichern und ihm das Gefühl vermitteln etwas stimme nicht mit ihm und müsse sich unbedingt ändern.

 

Gerade jüngeren Kindern reichen oft ihre Sozialkontakte in Kindergarten oder Schule und sie sind ganz zufrieden, wenn sie am Nachmittag Ihre Ruhe haben und für sich sein zu können. Wenn es deinem Kind jedoch klar zusetzt, dass es keine Freunde hat, dann überlegt zunächst einmal gemeinsam: Wie ist sein Verhalten anderen gegenüber, was könnte ausschlaggebend dafür sein, dass niemand mit Deinem Kind Zeit verbringen will?

 

Woran kann es liegen, dass dein Sohn keine Freunde hat?

Damit es eine Veränderung geben kann, ist es  bei Jungen vor allem ab ca. 12 Jahren wichtig, dass Dein Sohn selbst versteht, warum er keine Freunde hat. Auch dafür ist es wichtig, dass du (am besten der Vater) mit dem Jungen redet.

 

Schau mal genau hin wie Dein Sohn mit Konflikten umgeht. Vielleicht lässt sich da ja noch ein gewisses "Feintuning" betreiben? Will er seinen Willen mit Gewalt durchsetzen oder ist er bereit Kompromisse zu finden? Reagiert er eingeschnappt auf Meinungsverschiedenheiten und verkriecht sich? Konfliktmanagement kann man lernen und manchmal führen schon kleine Änderungen zu verbessertem Umgang miteinander.

 

Kann Dein Sohn sich gut ausdrücken? Spricht er über sich, seine Gefühle, äußert er seine Meinung zu bestimmten Themen? Rede auf Augenhöhe mit Deinem Sohn, zeige ihm, dass wichtig ist, was er denkt und fühlt. Dadurch kann er sich zukünftig auch besser seinen Freunden mitteilen.

 

Respektierst Du Deinen Sohn so wie er ist? Denn genau so ist er gut und einzigartig. Das hören unsere Kids viel zu wenig von uns "Alten". Es geht viel um das was nicht gut ist und das versperrt den Blick auf das WAS gut ist und das ist jede Menge! Sag ihm das immer wieder. Freu dich über das was er kann, wo er gut ist.

 

Zeige Deinem Sohn wie man mit fremden Menschen in Kontakt kommt: Sei freundlich zu Deinen Mitmenschen, zum Busfahrer ebenso wie zur Kassiererin im Supermarkt oder zum Nachbarn und sprich öfter mal jemand fremdes an, auf der Suche nach dem Weg oder beginne einen Smalltalk mit einer unbekannten Person. Dein Sohn wird Dich zukünftig nachahmen und nette Worte sind schon immer Icebreaker, auch zu anderen Kids.

 

Kinder, die sich mit größeren Menschenmengen schwertun, sollten genau das üben: Im Einkaufszentrum, im Schwimmbad oder auf einem Konzert. Im Lauf der Zeit wird es immer besser gehen und die Ängste werden abgebaut, Selbstbewusstsein wächst.

Hilf ihm, seinen Teamsport zu finden. Gemeinsame Interessen wie Sport führen fast von selbst dazu, dass Freundschaften entstehen. Besonders Teamsportarten und alle anderen Aktivitäten, die Teamgeist erfordern, sind hierfür bestens geeignet.

 

Wenn Dein Sohn offensichtlich happy mit seiner Situation ist und nicht klagt, dass ihm Freundschaften fehlen, sollten Eltern sich raushalten. Jeder Mensch ist eine eigene Persönlichkeit und geht seinen eigenen Weg. Geselligkeit und Freundschaften lassen sich nicht erzwingen, erst recht nicht durch Einmischen der Eltern.

 

Liegt es an mangelndem Selbstwertgefühl, dass Dein Sohn keine Freunde hat, dann unterstütze ihn dabei, sein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu steigern. Übrigens: Mehr Selbstwertgefühl geht fast immer. Und ist die Lösung zu vielen Herausforderungen. 

 

Beim neuen Männers-Programm "Lauter starke Jungs" arbeiten wir genau an diesem Punkt, wir verhelfen den Jungs zu einem besseren Selbstwertgefühl, das sich auf viele Lebensbereiche positiv auswirkt, auch auf Freundschaften und damit langfristig für eine verbesserte Lebensqualität sorgt. Und Väter können erleben, wie sie ihren Sohn langfristig dabei unterstützen können, aufrecht und mit Stolz durchs Leben zu gehen.

 

Hast Du Lust auf ein Selbstwertgefühl stärkendes Abenteuer mit Deinem Sohn? Dann schau Dir doch mal unsere neuen Campangebote unter www.maenners.com an.




Kommentare: 13
  • #13

    Thomas (Donnerstag, 18 Januar 2024 15:06)

    Hallo,
    gut zu lesen, dass es anderen auch so geht... Gerade habe ich mich meinen Sohn (11 J) wieder trösten müssen, weil es zu keiner Verabredung gekommen ist. Es passiert immer wieder, dass er sich in der Schule verabredet, aber zuhause die Absage erhält. Heute hat er dann zusätzlich erfahren, dass man sich zwar trifft, aber eben ohne ihn.
    Wir wohnen sehr idyllisch, aber auch abgelegen. Eine direkte Nachbarschaft gibt es nicht, andere Kinder schon gar nicht. Ich bin es gewohnt und immer bereit, ihn überall hin zu fahren oder auch andere Kinder abzuholen, damit er mal Spielkameraden hat. Trotzdem ist es kaum möglich, regelmäßige Kontakte zu anderen Kindern herzustellen. Ich habe damals mit Kita-Betreuern und später auch mit Lehrern den Austausch zu diesem Thema gesucht. Von allen Seiten wurde und wird meinem Sohn eine hohe Sozialkompetenz bescheinigt. Er wird als hilfsbereiter, höflicher und beliebter Schüler wahrgenommen. Und auch wenn ich ihn im Umgang mit anderen Kindern beobachte, sehe ich keinerlei Auffälligkeiten. Er betreibt zwei Sportarten, aber auch da lassen sich außerhalb des Trainings keine Kontakte generieren.
    Und wenn es mal zu einer Verabredung kommt, blüht mein Sohn regelrecht auf und man merkt ihm an, dass ihn das glücklicher macht, als jede Zockerei am Computer.
    Ich würde mir so sehr wünschen, dass sich das bald ändert und hoffe, dass die kommende Pubertät hier vielleicht dann auch positive Auswirkungen auf sein Sozialleben hat;)

  • #12

    Julia (Samstag, 16 September 2023 18:25)

    Hallo in die Runde,

    mein Sohn (11 Jahre) hat leider auch keine Freunde. Ich finde die Situation fürchterlich. Seine Schwester (10 Jahre) hat viele Freunde. Dadurch, dass hier viele Mädchen zu Besuch sind, geht es einigermaßen, da er dann oft mitspielt.

    Er versucht immer, neue Kontakte zu schließen. Er spielt Tischtennis, ist in der Musikschule, ich habe ihn schon auf Ferienfreizeiten geschickt. Es kamen nie Freundschafen raus. Er versucht in der Klasse Kontakte zu knüpfen, die Jungs haben aber alle schon ihre Kumpels. Unser Sohn ist da übrig. Beim Fußball war er übrigens auch schon, so richtig fand er zu den Jungs keinen Zugang (ich persönlich fand auch, dass es nicht passte).

    Bei uns geht das seit dem Kindergarten so.

    Er ist sehr schlau und pfiffig, kurz vor Hochintelligenz. Ob es hieran liegt, ich weiß es nicht, ich vermute es. Er wollte gern zur 5. Klasse in ein Internat in der Nähe mit einer Ausrichtung auf Sprachen (AUfnahmetest, viele zusätzliche Stunden, tolles Drumherum). Ich denke, dass er dort Kinder getroffen hätte, mit denen er mehr Gemeinsamkeiten gehabt hätte. Wir haben uns noch nicht dazu durchringen können, ihn in so jungen Jahren wegzugeben. Ich ärgere mich manchmal hierüber. Vielleicht wäre es ihm dort besser ergangen.

    Bald ist wieder sein Geburtstag. Ein Horror für mich, da wir wieder das Problem haben, kein Kind zu haben, was wir einladen könnten. Ich überlege in diesem Jahr, einfach ein paar Freundinnen meiner Tochter einzuladen und ein paar Jungs einfach mal zu probieren. Hoffe nur, dass der Frust da nicht zu groß ist, wenn es nix wird.

    Ich habe mich über das Problem mal mit einer sehr erfahrenen Lehrererin unterhalten. Ihrem Sohn erging es genauso. Im Jugendalter traf er dann einen Gleichgesinnten.

    Mein Mann und ich sind auch nicht die geselligsten Typen. Ich bin gern für mich und lese, habe am Wochenende gern mein Ruhe. Mein Beruf ist so anstrengend. Meinem Mann geht es auch so. Wir haben aber viele soziale Kontakte und sind beliebt.

    Ich bin mit meinem Latein in der Sache am Ende. Ich denke über das Thema nicht mehr nach, da es ja sowieso nichts ändert. Mein Sohn scheint nicht allzu unglücklich, manchmal ist er schon traurig. Zu Hause bei uns ist auch immer viel los mit den ganzen Besucherinnen...

    Wir waren einfach mal ab, was die Zeit noch bringt. Zur 8. oder 9. Klasse überlegen wir einen Schulwechsel auf eine spezielle Schule (Mathe oder Sprachen), vielleicht findet er dann Gleichgesinnte..Ich würde es ihm wünschen, es ist schon schwer, das mitanzusehen.

  • #11

    Matthias (Donnerstag, 23 Februar 2023 22:23)

    Bin inzwischen 72 - meine 3 Söhne zwischen gut 40 und gut 20. Alle drei sind hoch intelligent aber sozial letztlich gescheitert, z. T. auch beruflich. Und haben keine Freunde oder eigene Familie.
    Jetzt stellte ich fest, dass es mir eigentlich ähnlich erging - hatte in Kindertagen keine Freunde, war eigentlich immer ausgegrenzt aber beruflich später recht erfolgreich und letztlich geachtet und angesehen, neben der Selbständigkeit noch Ehrenämter - da sollte man eigentlich vernetzt sein. Letztlich Fehlanzeige.
    Mit dem Scheitern meiner Beziehungen verlor ich alle Kontakte, die ich nur über meine Partnerrinnen bekam.
    Komme mit Gefühlen nicht zurecht - sagen mir nichts - ev. Alexithymie - was tun?

  • #10

    Anton Wieser (Mittwoch, 12 Oktober 2022 12:46)

    Hallo Yaprak, ich kann mir vorstellen, dass das Verhalten deines Neffen für die anstrengend ist, dir sogar auf die Nerven geht. Allerdings wird es auch bei ihm so sein, dass sein Handeln Sinn macht. Vor allem für ihn.

    Es scheint so, als ob er aus einem Mangel heraus handelt, vielleicht keinen Kontakt zum eigenen Vater hat oder/und deinen Mann als großes Vorbild sieht. Vielleicht ist er auch einsam und handelt so, weil er Angst hat, seinen Onkel als Mentor zu verlieren, wenn er nicht so anhänglich ist.

    Wie du damit umgehen kannst, ist so schwierig zu sagen. Es bist ja nicht nur du im System, es ist auch dein Mann und vor allem, dein Neffe. Ich denke, gerade er bräuchte Unterstützung oder ein klärendes Gespräch ohne ihn zu verletzen. Du kannst, wenn du magst, auch eine Mail schreiben an Anton@Maenners.com oder dich auf Boys-Up.de umschauen. Das ist die Seite, auf der wir immer wieder Tipps veröffentlichen, wo es auch um das Thema "Keine Freunde bei Jungen" geht.
    Schöne Grüße, Anton

  • #9

    Yaprak (Mittwoch, 12 Oktober 2022 11:21)

    Hallo, der Neffe (22) meines Mannes hat auch keine Freunde. Er ist total fixiert auf seinen Onkel (meinen Mann). Der Neffe macht eine Ausbildung und eckt da auch immer mit seinen Kollegen an und wenn die anderer Meinung sind, dann sagt er immer "Mein Onkel sagt..., mein Onkel meint..., mein Onkel hier, mein Onkel da....!" Mein Mann MUSS jedes Wochenende zu ihm, um ihn zu sehen, um ihn zu unterhalten. Ansonsten schließt er sich in der Wohnung ein, abgesehen von der Ausbildung. Wenn der Neffe mal zu uns zu Besuch kommt, dann wird auch mit mir nicht gesprochen.. Es heißt dann, Onkel Danke fürs Kochen, obwohl ICH gekocht habe.... Der Neffe küsst meinem Mann die Füße, aus Liebe wie er meint, streichelt ihn oder legt sich auf seinen Schoß um seine Liebe zu bekunden.
    Ich finde das alles nicht normal und anstrengend mitanzusehen.
    Ich weiß allerdings nicht mehr, wie umgehen damit und vor allem aber, wie ich das bei meinem Mann ansprechen könnte, dass der Neffe nicht normal ist.
    Keiner aus der Familie sieht das, außer mir und außenstehende.

    Mir geht das so langsam aufs Gemüt... Was könnte los sein mit dem Neffen? Wie kann ich sowas ansprechen, ohne meinen Mann zu verletzen?

    Grüße
    Yaprak

  • #8

    anton von Maenners.com (Donnerstag, 22 September 2022 09:08)

    Hallo Anna das kann ich gut verstehen, dass die Traurigkeit Deines Sohnes auch dich traurig macht. Es ist tatsächlich oft gar nicht zu verstehen, warum "erwachsene" junge Männers ein derartiges soziales Verhalten an den Tag legen und damit andere verletzen.
    Gerne biete ich dir an, dass wir kurz (kostenfrei) telefonieren. Dann kann ich dir sicher ein wenig mehr Mut machen, damit es dir und dementsprechend auch deinem Sohn besser geht. Schreib mir doch kurz auf office@maenners.com. Liebe Grüße, Anton

  • #7

    Anna (Mittwoch, 21 September 2022 05:57)

    Mein Sohn (20) ist in der Ralschule im letzten Jahr gemobbt worden von zwei Jungs, die sich vorher als seine Freunde ausgaben. Sie trafen sich nach der Schule, auch bei uns und spielten Computerspiele zusammen bis eines Tages sich die Zwei entschlossen haben meinen Sohn zu mobben und ihn zu meiden.
    In der Berufsschule lernte er jedoch neue Freunde kennen, mit ihnen hatte er die schönste Zeit seines Lebens. Er flog mit den zwei Jungs , mit denen er sich besonders gut angefreundet hat, in den Urlaub, ging mit ihnen sehr oft zum Essen und ins Kino. Vor etwa einem Jahr lernte mein Sohn über einen der beiden Jungs noch dessen anderen Freund kennen. Am Anfang lief auch alles gut und sie flogen diesen Sommer zu viert sogar gemeinsam in den Urlaub. Doch seitdem haben sie angefangen meinen Sohn zu meiden bis er hintenrum erfahren hat, dass sie ihm die Freundschaft kündigen möchten. Der „ neue Freund ” hätte es am liebsten sofort gemacht nur die zwei anderen Jungs ( beide 23) wollten meinen Sohn nicht so direkt von den Kopf stoßen, nur ihn erstmal meiden und den Kontakt langsam auf null zu reduzieren.
    Ich verstehe nicht, egal was im Urlaub vorgefallen ist, dass man in dem Alter nach so einer langen und engen Freundschaft jemanden einfach so von den Kopf stoßen kann…ohne Vorwarnung oder irgendwelche Anzeichen. Mein Sohn ist weder gewalttätig, noch klaut er oder ist egoistisch. Ganz im Gegenteil. Nach der schlechten Erfahrung in der Realschule war er so glücklich endlich gute Freunde gefunden zu haben und jetzt ist für ihn die Welt zusammengebrochen. Mir blutet mein Herz meinen Sohn so leiden zu sehen. Ich muss dazu sagen, dass er immer nur einen oder zwei Freunde hatte und mehr nicht. Mein Mann hat gar keine Freunde und ich selbst auch nur vier, was mir aber vollkommen ausreicht.
    Was soll ich tun um ihm zu helfen. Mein Sohn hat beschlossen ab Januar zur Bundeswehr zu gehen und ich habe Angst, dass er auch da solche Probleme bekommt und hab panische Angst davor, denn da ist er weit weg von mir und ich kann nicht jederzeit zu ihm um ihn zu trösten und um für ihn da zu sein.
    Was kann ich tun? Bitte helft mir, ich bin total verzweifelt.

  • #6

    Isabel (Freitag, 15 Juli 2022 23:00)

    Hallo, mein Sohn ist 14 und wird plötzlich nicht mehr von seinen Kumpels in Unternehmungen einbezogen. Er hatte in letzter Zeit keine Lust und hat oft abgesagt bei Anfragen. Jetzt ist er irgendwie "draussen" und sehr traurig darüber. Er wird nicht gemobbt und ist nicht unbeliebt, aber keiner hat wirklich Interesse an ihm. Er kann manchmal schon etwas besserwisserisch sein. Aber Fehler gut doch jeder. Vielleicht passt das nicht allen. Was soll ich machen? Mit den anderen Müttern reden? Bin mit allen gut bekannt, aber nicht befreundet. Bringt das was, oder lieber ihm überlassen? Danke!

  • #5

    Anton von Männers.com (Montag, 02 November 2020 22:45)

    Liebe Luise, halle Heike,
    vielen Dank, dass ihr eure Sorgen hier in die Kommentare geschrieben habt. Heike, dir habe ich bereits vor einiger Zeit geschrieben, leider keine Antwort erhalten. Trau dich, es geht um deinen Sohn. Und ich kann dir sagen, ganz viele Jungen haben ähnliche Herausforderungen.

    Luise, schreib mir einfach. Anton@Maenners.com . Ich beantworte deine Nachricht persönlich und bin mir sehr sicher: auch für deinen Sohn gibt es Lösungen.

    Alle, wirklich alle, Jungen haben es verdient glücklich zu sein.

    Schöne Grüße
    Anton

  • #4

    Luise Ma (Montag, 02 November 2020 21:28)

    Hallo Heike ! Uns geht es wie Euch. Unser Sohn ist allerdings erst 10 Jahre alt.

  • #3

    Heike B. (Samstag, 29 August 2020 01:47)

    Hallo ich hoffe du kannst mir helfen mein Sohn ist 23 Jahre alt und stark übergewichtig... Er hat keine Freunde was mich als Mutter sehr traurig macht.. Wir kann ich ihm helfen... Ich muss natürlich dabei sagen das ich und mein Mann auch keine Freunde haben.. Nur Bekannte was mir auch sehr weh tun. Mein Sohn kann deshalb auch gar nicht wissen wie man Freunde findet. Wie kann ich ihm helfen?
    Vielen Dank im voraus Heike B

  • #2

    Anton vom Männers.com (Sonntag, 03 November 2019 20:16)

    Danke Gernot, dein Sohn ist damit nicht alleine. Gerade mit 13 Jahren ist dein Sohn wahrscheinlich in der Pubertät. Da verändert sich vieles und damit sind Jungs oft überfordert. Und in der Welt der Online-Spiele können sie sich ausleben aber auch hinter dem Bildschirm verstecken. Und... vielleicht spielt er ja nicht dauernd. Das Medium "Computer" ist auch ein Kommunikations Medium.

    Ich schreibe gerade an einem Artikel zum Thema "Jungen und Computer". Die Recherchen dazu sind gar nicht so einfach. Das was man online an Tipps bekommt funktionieren offensichtlich nicht, zumindest nicht bei Jungs. Da braucht es andere Vorgehensweisen.

    Danke dir für dein Feedback, Anton

  • #1

    Gernot (Sonntag, 03 November 2019 20:06)

    Danke dir für diesen Artikel. Mein Sohn ist 13 und seine Freunde sind die, die er vom Spielen kennt. Er geht so gut wie nie raus, sein Wochenende besteht aus Computer, Essen holen und dann gleich wieder in sein Zimmer. Deine Tipps geben uns wieder einen Ansatz, dieses besorgniserregenden Verhalten unseres Sohnes zu ändern. Danke dir!