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Corona - Wie erkläre ich es meinem Kind

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Bildrechte: dreamstime

Corona - wie erkläre ich es meinem Kind?

Die Nachrichtigen überschlagen sich, es vergeht keine Minute, in denen wir nicht von neuen Informationen über das Coronavirus überrannt werden. Manche Infos stimmen, manche aber auch nicht.

 

Populistische Fakenews machen die Runde um Menschen zu verunsichern. Auch unsere Kinder erhalten über Snapchat, Instagram und TikTok Informationen die vielleicht richtig sind, oft aber nicht.

 

Für Kinder ist es oft verwirrend, was sie an Informationen über Fernsehen, Internet oder den sozialen Medien erhalten. Das kann Verunsicherung auslösen, aber auch Angst, Traurigkeit oder Stress. Hier ein paar Tipps, wie du deinem Kind helfen kannst, die Krise rund um Covid-19 besser zu verstehen. Das hilft deinem Kind und somit auch dir, besser mit der Situation umgehen zu können.

Coronavirus - 7 Tipps zu "Wie erkläre ich es meinem Kind"

1. Rede mit deinem Kind

Sei dir sicher, dein Sohn hat schon eine Menge Infos über alle möglichen Kanäle gesammelt. Nun gilt es, diese zu sortieren und gemeinsam den kleinsten, möglichst wahren, gemeinsamen Nenner zu finden. Sucht euch ein gemütliches Plätzchen, das die Wichtigkeit des Gespräches betont. 

Frag dein Kind: „Was weißt du denn über das Virus.“ Nun höre einfach zu und verharmlose Sorgen oder Ängste deines Kindes nicht. Sag deinem Kind, dass du das Ernst nimmst und dass es normal ist, sich Sorgen zu machen. 

 

2. Sei ehrlich zu deinem Kind

Sage ihm, möglichst dem Entwicklungsstand deines Kindes entsprechend, was gerade passiert. Wir, als Erwachsene, haben die Verantwortung, unsere Kinder vor Gefahren zu schützen. Und Kinder haben sehr wohl das Recht, zu erfahren was gerade passiert. Verwende eine altersgerechte Sprache, beobachte dein Kind.

 

Wenn du Fragen nicht beantworten kannst, schwindle nicht. Sag deinem Kind, dass du die Antwort nicht weißt, das dich das selber interessiert und versucht die Antwort gemeinsam herauszufinden.

Webseiten wie die des Robert Koch-Institutes oder der WHO liefern seriöse Infos zum Coronavirus. Sag deinem Kind, dass es im Internet Informationen gibt, die nicht richtig sind und Angst machen sollen.


Gerade Jungen tun sich schwer, ihre Gefühle wie z.B. Angst oder Verunsicherung zu zeigen. Sie ist dennoch da! Unterstütze deinen Sohn, indem du ihm zuhörst und seine Fragen ernst nimmst.


3. Beruhige dein Kind, wenn es Angst hat

Bilder aus dem Internet, dem Fernsehen oder aus Zeitungen begegnen uns auf Schritt und tritt. Kinder, und auch wir Erwachsene, können oft nicht zwischen der persönlichen Realität und dem, was in den Medien gezeigt wird, unterscheiden. Kinder können glauben, sie seinen selbst in Gefahr. Sagen sie ihrem Kind, was sie alles tun um eben nicht in Gefahr zu sein. Bleiben sie möglichst bei den häuslichen Routinen, die sie auch im normalen Alltag haben.

 

4. Zeige deinem Kind wie es sich schützen kann

Etwas tun zu können, selber etwas beitragen zu können um die „Gefahr“ zu mildern, hilft den Fokus vom „Opfer“ zur „Macher“ zu shiften. Zeige deinem Kind wie es sich die Hände waschen soll, das es gut ist, Abstand zu halten. (siehe Grafik der UNICEF)

Wenn in deiner Gegend Schulen geschlossen werden oder sie zu einer Krisenregion erklärt wurde, sage deinem Kind, das das Vorsorgemaßnahmen sind, damit es gesund bleibt. 

Copyright und Bildrechte: UNICEF
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Jungen orientieren sich mehr im Aussen als Mädchen. Große Dinge, aber auch Helden faszinieren Jungs. Erzähle ihm die Geschichten der Helden dieser Krise, was sie alles tun damit es schnell vorbei geht. Er wird sich sicherer fühlen.


5. Erzähle von den Helden, die alles dafür tun, damit die Familie geschützt ist

Schaffe Vertrauen in all die Maßnahmen, die gesetzt werden damit die Krise bald vorüber ist. Erzähle von Ärzten, Pflegern und Krankenschwestern, von Apothekern und Wissenschaftlern die gerade mit allen Kräften daran arbeiten, einen Impfstoff zu entwickeln. Das „Zusammenhalten“ und die Sicherheit, dass dein Kind, aber auch die Familie nicht alleine ist, nimmt Ängste und gibt Zuversicht.

 

6. Pass auch auf dich auf

Beobachte auch deine Gedanken, wie denkst du über die ganze Sache? Hast du Vertrauen, dass die Krise recht bald vorbei sein wird? Hast du Vertrauen in das Krisenmanagement der einzelnen Institutionen? Sei optimistisch, achte auf dich. Dein Kind erkennt, wenn du Angst hast, dich unsicher fühlst oder Ohnmacht zeigst. Dein Sohn braucht dich als eine Person, die stark ist. Du bist der Mensch, an dem sich dein Kind orientiert.

 

7. Nutzt die Zeit zu Hause

Wir hier in Tirol haben heute von unserem Landeshauptmann eine Ausgangssperre verpasst bekommen. Zum Glück gibt es hier in Kitzbühel und Umgebung nur einen einzigen Fall. Und der Dame scheint es wieder gut zu gehen. Dennoch, auch wir bleiben zu Hause. Das ist unser Beitrag, diese Krise im Interesse aller so bald wie möglich hinter uns zu haben.

 

Wir nutzen die Zeit der Entschleunigung. Es gibt Dinge und Situationen, da müssen wir uns auf andere Verlassen. Wir werden gemeinsam lesen, Gesellschaftsspiele spielen oder uns auch austauschen. Also, die Zeit intensiv nutzen und miteinander verbringen. Und gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Nun, ich wünsche dir und deinen Liebsten von Herzen alles Gute in dieser Zeit.

Wenn du denkst, ich kann dich unterstützen, wenn du Fragen zu deinem Sohn hast, melde dich einfach. Das meine ich ernst.

Bleibt munter vor allem aber, gesund!

 

Anton

 

TIPP: schreibe doch auch in die Kommentare, wie du mit der ganzen Situation umgehst. Damit hilfst auch du anderen und gibst weitere Handlungsoptionen. Danke!

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Kommentare: 2
  • #1

    Ein gerührter Vater (Sonntag, 15 März 2020 17:55)

    Liebes Männers Team, Anton,
    es ist einfach unglaublich wie ihr euch um uns kümmert. Selbst in dieser Krise, bei der so viele nicht mehr tun als den Kopf in den Sand zu stecken, setzt ihr euch hin und gebt so wichtige Tips. Es ist ein gutes Gefühl, das es solche "Männers" gibt, denen wir als Menschen offensichtlich wichtig sind. Vielen Dank für das was ihr für uns tut. Ihr seid toll. (mein Sohn ist noch zu klein, sonst hätten wir uns schon längst getroffen)
    Danke
    K.M.

  • #2

    G.J. Kreuzhuber (Sonntag, 15 März 2020 22:50)

    Hallo Liebes Team, Anton, Florian!
    Lieb, daß ihr auch jetzt an uns denkt. Ich komme hoffentlich morgen aus dem Krankenhaus, zum Glück nur eine Kreuzband OP! Ich denke, daß mir die Ratschläge in den nächsten Tagen bei meinen drei Jungs sicher gute Dienste erweisen werden.
    Aber ganz besonders Punkt 7 werde ich mir zu Herzen nehmen und das solltet ihr auch alle tun! Denn übers Jahr ist die Zeit für unsere Kinder und Familien meist sehr wenig. Darum sollten wir das einzig Positive, daß uns C 19 gibt, auch annehmen und vernünftig einsetzen - die Zeit!

    Viel Glück, Gesundheit und Durchhaltevermögen für die kommende Zeit und Danke!