6 Tipps für eine stabile Vater Sohn Beziehung

Vater Sohn Beziehung

Was für eine Beziehung zwischen Vater & Sohn wichtig ist

Die Beziehung zwischen Vater und Sohn kann schwierig sein. Eine gute Vater Sohn Beziehung ist, vor allem für die Entwicklung deines Sohnes, entscheidend. Jungen in der Pubertät verändern sich oft schneller als wir es mitbekommen.

 

Du als Vater (oder Stiefvater) bist ein wichtiges Rollenvorbild, der Mann zu dem der Sohn aufschaut und zu dem er irgendwann werden möchte. Sich der Wichtigkeit dieser Rolle bewusst zu sein ist essentiell. Dein Sohn, oder Stiefsohn, wird dich nachahmen oder eben auch nicht. Je nachdem wie sehr du als Vater deine Rolle, als positives Vorbild, wahrnimmst.

 

In diesem Artikel kannst du sieben wichtige Punkte finden, wie du deinen Sohn dabei unterstützt, zu einem selbstbewussten jungen Mann heranzuwachsen. Ganz nebenbei verbessert sich so eure Beziehung und auch du kannst noch von deinem Sohn lernen. 

 




So gelingt eure starke Vater Sohn Beziehung

1.   Dein Sohn braucht männliche Vorbilder

 

Mutter und Vater spielen eine immens wichtige und gleichwertige, wenn auch eine sehr differnzierte Rolle. Jetzt geht es aber um dich als Vater. Einen aktiven und absichtslos interessierten Papa ist das, was jeder Sohn sich wünscht. 

 

Aktiv sein und Interesse zeigen – Was heißt das eigentlich genau?

 

Keine Angst, Du musst nicht alle Superhelden dieser Welt in Dir vereinen, obwohl das schon recht cool wäre.

Auch wenn du das nicht hinbekommst, dein Sohn wird dich als Superhelden sehen. Du bist für ihn Superman und Batman in einer Person. Du bist der beste Sandburgenbauer und sein wandelndes Lexikon. Das weißt du bereits, erinnere dich einfach an die vielen Fragen, die dein Sohn dir gestellt hat, die vielen scheinbar unlösbaren Herausforderungen, bei denen er dich um Rat gefragt hat.

 

Die Frage die du dir in dem Zusammenhang schon mal stellen kannst ist: "Wie bist du mit den Fragen Deines Sohnes umgegangen. Genervt, ungeduldig, vielleicht sogar abweisend? Oder hast du dich über (fast) jede Frage gefreut, weil du deinem Sohn wieder ein wenig von deinem Wissen mitgegeben hast."

 

Väter sind für ihre Söhne Superhelden, die alles können. Bis sie ihren Sohn vom Gegenteil überzeugen.

 

In der Regel ist das Beziehungskonto gut gefüllt. Söhne vertrauen ihren Vätern und es dauert lange und braucht viele Enttäuschungen, bis Jungen sich von ihren Vätern abwenden. Dabei ist es eigentlich unwichtig, ob die Enttäuschungen und Verletzungen vom Vater direkt verursacht worden sind. Auch wenn der Vater seinen Sohn nicht unterstützt, wenn es ihm mal schlecht geht, verringert sich das Guthaben auf dem Vater&Sohn Beziehungskonto. Und das passiert jedem Vater, Fehler, Unzuverlässigkeiten und Enttäuschungen. Ein bisschen was kann der Sohn gut verdauen, er wächst sogar daran. Zuviel tut aber keiner Beziehung gut.

 

Im Grunde ist es recht einfach, dieses Konto wieder zu füllen. Du brauchst deinem Sohn einfach nur etwas schenken:

 

"Ein wenig deiner Zeit."

 

Zeit, in der er Dich als Vater besser kennenlernen kann. Zeit, in der Du Dich immer weiter zu seinem männlichen Vorbild entwickelst. Und Zeit, in der du auch deinen Sohn besser kennenlernst. Dabei solltest du dich aber nicht ablenken lassen. Wenn du deinem Sohn Zeit schenken willst, dann schenke sie ihm auch voll. Das bedeutet: Handy aus, möglichst keine Störung durch kleine Geschwister oder ähnliches. Das ist 100% Zeit nur für euch beide.

 

Und sag ihm das auch: "Hey mein Sohn, jetzt ist Vater&Sohn Zeit. Nur du und ich zu 100%."

Wenn du ihm das sagst, bemerkt er und merkt sich, dass du Zeit mit ihm verbringst. 

 

Wichtig und richtig ist auch, dass es neben Dir auch weitere männliche Rollenbilder im Leben Deines Sohnes gibt. Opa, Onkel oder der Trainer im Fußballverein – Männer, die Deinen Sohn prägen und eine besondere Rolle für ihn spielen.

 

Wichtig hierbei ist: Lasse weitere männliche Vorbilder zu. Sieh dies nicht in Deiner Vaterrolle bedroht. Nimm es als zusätzliche Bereicherung an, die am Ende des Tages Dir und Deiner Familie unter die Arme greift. 

 


Urlaub für Vater & Sohn nach Alter des Kindes

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"Humor ist der Knopf der verhindert, dass uns der Kragen platzt!"

Joachim Ringelnatz


 

2.   Sei verständnisvoll und lach auch mal

 

Oft ist es gar nicht so einfach, einen Jungen groß zu bekommen. Ich meine jetzt nicht das Längenwachstum. Körperlich wachsen wird er von alleine. Wir reden jetzt von der emotionalen und mentalen Entwicklung Deines Sohnes.

Diese Entwicklung geht in der Regel nicht ohne Reibung. Schon gar nicht, wenn dein Sohn in der Pubertät ist. Soll sie auch nicht. 

 

Dennoch, die negativen Nebeneffekte seiner mentalen und emotionalen Entwicklung können gerade in der Pubertät massiv sein. Das kann einem schon den letzten Nerv kosten. Manchmal leidet auch die Partnerschaft unter den Eigenarten des Bengels. 

 

Einer meiner Überzeugungen in meiner Arbeit mit 100en Jungen ist:

 

"Kein Junge tut das was er tut um andere zu verletzen, schon gar nicht seine Eltern. Jedes Verhalten dient einzig einem Zweck: Dein Sohn möchte seine Situation, seine Position verbessern, möchte dass es ihm einfach besser geht. Viele "auffällige Verhaltensweisen" geschehen aus einem Mangel heraus. Das bedeutet, deinem Sohn fehlt etwas damit das Rad rund läuft."

 

Deine / Eure Aufgabe ist es, herauszufinden, was ihm fehlt, wo es hakt.

Verstehe deinen Sohn und du verstehst sein Verhalten, ist ein Schlüssel zu mehr Harmonie in der Beziehung. 

 

Ein weiterer Schlüssel ist Humor. Weniger Biss in der Erziehung entspannt. Nicht nur dich, sondern auch deinen Sohn. Ich erlebe Väter, deren Ziele für ihre Söhne so hoch gesteckt sind, dass es für den Sohn so gut wie unmöglich ist, sie zu erreichen.

 

Eine Frage: Wie soll denn der Sohn drauf sein, wenn er eh weiß: "Egal wie sehr ich mich anstrenge, ich werde es nicht schaffen und ich werde meinen Vater enttäuschen."

 

Viele Väter glauben tatsächlich, dass ihr Sohn mit vollem Tatendrang, lächelnd und strotzendem Selbstbewusstsein am Unmöglichen dranbleibt? Ziemlich unwahrscheinlich, oder? Aber oft die Realität!

 

Entspann dich doch! Ganz ehrlich, wenn du doch weißt, dass Erziehung nicht ohne Reibung geht, dann kannst doch auch einfach mal ein Auge zudrücken wenn dein Sohn mal wieder spinnt. Glaub mir, das geht vorbei. Länger als 2 Stunden hält das doch kein Trotzkopf aus. Sehr positiv ist auch, Jungen sind erwiesenermaßen weniger Nachtragend als Mädchen es sein können. 

 

Dein Herz wird es dir danken. Im doppelten Sinn. :-)

 

 

3.    Geh als Vater offen mit Gefühlen um

 

Ich habe mal einen Artikel geschrieben:

 

"Hilfe mein Sohn ist ein Weichei. Er heult." Das war natürlich sarkastisch gemeint. In dem Artikel ging es genau um das Gegenteil. Es ist gut, wenn dein Sohn Gefühle zulassen und ausdrücken kann.

 

So viele Jungen, die ich coachen darf, haben genau dort eine Herausforderung: erst dürfen sie Emotionen nicht zeigen und irgendwann können sie es gar nicht mehr. Magenschmerzen, Übelkeit, Nackenschmerzen und daraus resultierend, Kopfschmerzen sind die psychosomatischen Auswirkungen. Unkontrollierte Wutausbrüche, körperliche Übergriffe oder aggressives Verhalten können darauf hindeuten, dass Jungen keine Möglichkeit haben, ihre Gefühle zuzulassen.

 

Was für ein starkes Ventil ist es denn, wenn dein Sohn auch mal tiefer gehende Emotionen zeigen kann. Männer und Jungen sind Meister im Einbetonieren. Gerade negative Emotionen wie Wut, Angst oder Trauer werden tief im Herzen verstaut und einbetoniert.

 

Nur: wenn man sie nicht sieht oder fühlt, heißt das nicht, dass sie nicht mehr vorhanden sind. Irgendwann, wenn das Fass sprichwörtlich voll ist und übergeht, brechen auch diese Gefühle durch.

 

Prost Mahlzeit, das ist dann die Situation, wenn Jungen "auffällig" werden und das Gejammer los geht.

 

Zeig deinem Sohn, wie er starke Emotionen lenken kann. Wut und Angst sind Antreiber, wenn man sie zulassen und lenken kann. Und Trauer ist ein Ventil, wodurch negative Emotionen in Fluss kommen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Viele Väter können das selbst nicht, haben es von ihrem eigenen Vater nicht gelernt. Da heißt es dann einfach üben. Im Interesse Deines Sohnes.

 

 


Vater Sohn Zeit nach Reisethema



"Das Wichtigste wäre ein richtig guter Vater..."

Gerald Hüther

in einem Interview mit der FAZ auf die Frage, was Jungen wohl am nötigsten hätten.


 

4.    Tobe mit deinem Jungen oder gib ihm den Raum dafür 

 

Für manche Kinder ist Stillsitzen, Basteln oder Malen eben nichts. Viele Kinder, vor allem Jungen, brauchen Freiraum, um sich auszutoben und wild zu sein. Sofern es Zeit und Raum erlauben, solltest Du Deinem Sohn die Möglichkeit geben sich im Freien auszutoben. Auch das ist eine Möglichkeit, Zeit mit deinem Sohn zu verbringen. Da kann es schon ein wenig wilder zugehen.

 

Aber: mache ihm deine und seine Grenzen klar.

Ab einem bestimmten Alter haben Jungs ganz schön viel Kraft. Ich kann ein Lied davon singen. Einige blaue Flecken habe ich mir schon eingefangen.

 

Mit dir zu raufen und zu toben hilft ihm überschüßige Energien abzubauen und er lernt seinen Körper und seine Kräfte einzuschätzen und zu kontrollieren. Auch du kannst ruhig (kontrolliert) wilder mit ihm umgehen. Er wird wahrscheinlich nicht kaputt gehen. Bleib aber fair und kontrolliert. Es soll Spiel und Spaß bleiben. Und steigert sein Selbstwertgefühl.

 

Fahrradfahren, rennen, springen – Alles was Spaß macht, sollte erlaubt sein. Habt ihr einen Garten? Super! Wenn nicht, sind Spielplätze, Sportplätze oder vielleicht auch Indoor-Erlebnishallen Orte mit großem Spaßfaktor. Sollte Deine Wohnung oder Dein Haus genug Platz hergeben, wäre es toll ihm weiteren Spielraum mithilfe von ausrangierten Matratzen oder einem kleinen Trampolin zu geben. 

 

Wichtig ist, dass Dein Sohn verstehst, dass lediglich sein Zimmer und nicht das ganze Haus Ort zum Toben ist. 

 

 

5.    Gib deinem Sohn die Möglichkeit, sich mit anderen zu vergleichen

 

Wer ist größer, besser, schneller?

 

Wettbewerbe sind unter Jungs häufig eine der Möglichkeiten sich zu profilieren und ihren Rang in der Gruppe festzulegen. Sei es in der Pause im Schulhof, in Vereinen oder im Sportunterricht. Hilf ihm, das zu finden was ihm Spaß macht. Am einfachsten wird er sich tun, wenn es etwas ist, bei dem er Spaß hat und vielleicht sogar Talent. Dann hat er schon einen Vorsprung gegenüber den anderen. Siege, Erfolge aber auch Niederlagen stärken das Selbstbewusstsein deines Sohnes.

 

Und: Es ist genauso wichtig, mit Deinem Sohn Erfolge zu feiern wie ihn bei Misserfolgen zu trösten. Beim nächsten Mal klappt es besser, man muss nicht immer der Beste sein - Worte, die er von seinem Vater unbedingt braucht. Besonders die Liebe zum Sport oder anderen Aktivitäten sollten nicht unter ständigen Druck nach Meisterleistungen bröckeln.

 

Erzähle Deinem Sohn auch von Deinen Siegen und Niederlagen. So kann er sich besser mit Dir identifizieren und versteht, dass er aus Fehlern und Erfolgen lernen kann. Erkläre ihm in dem Zusammenhang wie wichtig es ist, bei gefährlichen Mutproben oder Späßen auf Kosten anderer standhaft nein zu sagen.

 

Am Ende des Tages ist es wichtiger sich treu statt der „Coole“ auf dem Pausenhof zu sein. 

 

6.   Setze deinem Sohn Grenzen

 

Grenzen auszutesten ist eine wichtige Eigenschaft in der Entwicklung eines Kindes. Schauen, wie weit kann ich gehen bis meine Eltern ausrasten, was darf ich schon alles und wie sehr kann ich schon bestimmen. All das sind natürliche Entwicklungsschritte im Heranwachsen eines Jungen. Und zerren an den Nerven eines jeden Vaters. Umso wichtiger ist es, dass dein Sohn weiß, wo seine Grenzen liegen. Im grenzenlosen Raum kann er sich nicht orientieren und verläuft sich. Vor allem ist es schwierig, Konsequenzen zu setzen, wenn es mal nötig ist. Wenn dein Sohn nicht weiß, wo seine Grenzen sind, weiß er auch nicht, wann er sie überschreitet.

 

Da müssen Eltern sich nicht wundern, wenn Kinder sich über Konsequenzen wundern.

 

Regeln und Leitplanken, die Freiraum zur Entwicklung geben ermöglichen es deinen Sohn sich frei und sicher zu Bewegen. Bewusst kann er versuchen die gesetzten Rahmen zu erweitern und wird sich weniger wundern, wenn sein Verhalten Konsequenzen hat.  

 

 

Jungen respektieren dich als Vater mehr, wenn sie wissen dass du deine Aussagen ernst meinst und vor (fairen) Konsequenzen nicht zurückschreckst. Letztlich ist es nötig in allen Bereichen der Erziehung konsequent zu handeln. Dann bist du auch für deinen Sohn berechenbar. Welcher Sohn wünscht sich denn einen unberechenbaren Vater?

 

Ich wünsche dir von Herzen viel Spaß, deinen Sohn dabei zu beobachten, wie er mit deiner Unterstützung zu einem selbstverantwortlich, starken und selbstbewussten Mann heranwächst.

Unsere Jungen von Heute sind die Männer von Morgen.

 

Alles Gute

Anton

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Kommentare: 1
  • #1

    Markus (Donnerstag, 10 Dezember 2020 19:08)

    Danke wieder mal, für dein "Augen öffnen". Eigentlich ist ja eh alles klar, ich weis es und habe es schon häufigst gehört und gelesen. Aber der liebe Alltag und die Routine übernehmen. Schon ändert sich die Beziehung zu meinem tollen Sohn. Er sagt es ja nicht direkt, ich merke es schon aber ignoriere es gekonnt. Deine Artikel sind wichtig für tolle Jungen der Zukunft. Ich glaube sogar, dass die Beziehung zwischen mir und meinem Sohn ohne dich, diene Artikel und vor allem die Camps um einiges schlechter wäre. Insofern, Danke dir und deinem Team. Wir sehen uns sicher auch 2021. markus