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7 Dinge, die Jungen von ihrem Vater brauchen

1.     Jungen brauchen mehr männliche Vorbilder

Mutter und Vater spielen eine immens wichtige und gleichwertige Rolle. Doch heute soll es um Dich als Vater gehen. Einen aktiven und interessierten Papa ist das, was jeder Sohn sich wünscht.

Aktiv sein und Interesse zeigen – Was heißt das eigentlich genau? Keine Angst, Du musst nicht alle Superhelfen dieser Welt in Dir vereinen, auch Väter dürfen Fehler machen. Du hattest in letzter Zeit zu wenig Zeit für Deinen Sohn und warst zu sehr mit Deinen eigenen Problemen beschäftigt? Das ist in Ordnung, denn auch Du bist ein Mensch mit Emotionen und Gedanken. Indem Du aber mit Deinem Sohn Ausflüge unternimmst oder Dir einfach mal zum Quatschen nimmst, schenkst Du Deinem Sohn etwas ganz Besonderes: Zeit. Zeit, in der er Dich als Menschen besser kennenlernen kann. Zeit, in der Du Dich immer weiter zu seinem männlichen Vorbild entwickelst.

Da wir gerade eben festgehalten haben, dass Du kein Superheld sein kannst, ist es wichtig, dass es neben Dir auch weitere männliche Rollenbilder im Leben Deines Sohnes gibt. Opa, Onkel oder der Trainer im Fußballverein – Personen, die Deinen Sohn prägen und eine besondere Rolle für ihn spielen. Das Wichtigste hierbei: Lasse weitere männliche Vorbilder zu. Sieh dies nicht in Deiner Vatterrolle bedroht. Nimm es als zusätzliche Bereicherung an, die am Ende des Tages Dir und Deinem Lebenspartner unter die Arme greift.

2.     Jungen brauchen vor allem die richtigen Vorbilder

Es gibt männliche Bezugspersonen im Leben Deines Sohnes. Das ist eine tolle Sache, aber noch lange nicht das Ende vom Lied. Auch fiktive Figuren aus Büchern und Fernsehsendungen fungieren als Vorbilder. Das Problem: Sehr häufig vermitteln sie stark traditionelle Rollenbilder. Der Mann muss ein harter Kerl sein, hat das Sagen und ist ein Draufgänger schlechthin.

Hier kommst Du als Vater ins Spiel: Versuche gegen diese traditionellen Rollenbilder zu steuern. Gib Deinem Sohn zu verstehen, dass wir uns heutzutage von diesen Zuweisungen losgesagt haben. Eine Frau hat nicht weniger Rechte oder Entscheidungskraft als ein Mann, eine moderne Familie muss nicht zwingend aus Mann und Frau bestehen und die traditionellen Frauen- und Männerberufe gibt es auch nicht mehr wirklich. Lege ihm mithilfe Deines Verhaltens, kleinen Kommentaren im Alltag und aktiven Gesprächen ans Herz, dass medieninszenierte Verhältnisse nicht immer der Realität entsprechen und häufig falsche Werte vermitteln. Besonders in jungen Jahren, solltest Du seine Bücher und Sendungen mit Bedacht auswählen. Erkläre ihm, was Dich an bestimmten Figuren fasziniert oder auch abschreckt. Besprecht seinen Medienkonsum. Was hat er heute gesehen, was denkt er darüber? Gemeinsam werdet ihr einen Weg finden, richtige von schlechten Vorbildern zu unterscheiden.

3.     Gehe als Vater offen mit Gefühlen um

Erinnerst Du dich? Auch Männer dürfen fühlen und weinen. Kann Dein Sohn die Tränen nicht zurückhalten, ist das mehr als in Ordnung. Tränen sind ein gutes Ventil, um negative Energie freizulassen – Das musst Du ihm vermitteln.

Natürlich sollst Du ihn nicht darin bestätigen, wenn er wegen Schokolade oder Eis knatschig ist. Er hat sich den Kopf gestoßen oder sein Kaninchen ist gestorben – Zeige ihm, dass seine Gefühle berechtigt sind und auch Jungen weinen dürfen. Auch wenn Dein Sohn „untypische Verhaltensweisen“ zeigt oder sich für „Mädchenkram“ interessiert, solltest Du ihn weiterhin unterstützen. Begehe nicht den Fehler, ihn in seiner Identität und seinen Interessen einschränken zu wollen. Sätze wie „Nur Mädchen spielen mit Puppen“ solltest Du aus Deinem Wortschatz verbannen. Was ist denn schon „untypisch“ oder „nur für Mädchen“? Sind das alles nicht viel mehr Stereotypen, die uns die Gesellschaft infiltriert hat? Nun ist die Zeit angekommen, damit Schluss zu machen.

4.     „Bade“ Deinen Sohn in Sprache

Mädchen sind von Haus aus meist sprachgewandter. Damit Dein Sohn dem in nichts nachsteht, solltest Du ihn besonders sprachlich fördern. Besonders im Kleinkindalter ist regelmäßiges Vorlesen und Singen ein toller Weg, Kinder an Sprache und Literatur heranzuführen. Besonders gut für die Sprachentwicklung sind Sachbücher aus der Reihe „Wieso? Weshalb? Warum?“ von Ravensburger. Fingerspiele sind außerdem eine bewährte spielerische Methode, um Motorik und Sprache zu fördern. Bei Fingerspielen werden gereimte und gesungene Zeilen mit einfachen Fingerbewegungen begleitet. Auch bei Kniereitern haben die Kleinsten enorm viel Spaß, wenn sie auf den Oberschenkel ihrer Eltern sitzen, gemeinsam schöne Kinderreime und -lieder singen, während ihre Eltern die passenden Bewegungen mit ihren Oberschenkeln ausführen.

5.     Jungs brauchen Platz zum Toben

Des einen Freud ist des anderen Leid. Für manche Kinder ist Stillsitzen, Basteln oder Malen eben nichts. Manche Kinder brauchen Freiraum, um sich auszutoben und wild zu sein. Sofern es Zeit und Raum erlauben, solltest Du Deinem Sohn die Möglichkeit geben sich im Freien auszutoben. Fahrradfahren, rennen, springen – Alles was Spaß macht, sollte erlaubt sein. Habt ihr einen Garten? Super! Wenn nicht, sind Spielplätze, Sportplätze oder vielleicht auch Indoor-Erlebnishallen Orte mit großem Spaßfaktor. Sollte Deine Wohnung oder Dein Haus genug Platz hergeben, wäre es toll ihm weiteren Spielraum mithilfe von ausrangierten Matratzen oder einem kleinen Trampolin zu geben. Wichtig ist, dass Dein Sohn verstehst, dass lediglich sein Zimmer und nicht das ganze Haus Ort zum Toben ist.

6.     Dein Sohn will sich mit anderen vergleichen

Wer ist größer, besser, schneller? Wettbewerbsmentalität unter Jungs, die sich mit zunehmenden Alter nicht selten steigern - Sei es in der Pause, bei Bundesjugendspielen oder im Sportunterricht.

Es ist genauso wichtig, mit Deinem Sohn Erfolge zu feiern wie ihn bei Misserfolgen zu trösten. Beim nächsten Mal klappt es besser, man muss nicht immer der Beste sein - Worte, die er von seinem Vater unbedingt braucht. Besonders die Liebe zum Sport oder anderen Aktivitäten sollten nicht unter ständigen Druck nach Meisterleistungen bröckeln.

Erzähle Deinem Sohn auch von Deinen Niederlagen. So kann er sich besser mit Dir identifizieren und versteht, dass er aus Fehlern lernen kann. Erkläre ihm in dem Zusammenhang wie wichtig es ist, bei gefährlichen Mutproben oder Späßen auf Kosten anderer standhaft nein zu sagen. Am Ende des Tages ist es wichtiger sich treu statt der „Coole“ auf dem Pausenhof zu sein.

7.     Konsequente Erziehung

Wer kennt es nicht? Jungs drehen gerne mal auf und versuchen sich unter Beweis zu stellen, besonders wenn Freunde zu Besuch sind. Hier solltest Du Deinem Sohn in freundlich bestimmten Ton, klare und konsequenten Grenzen setzen. Besser wäre es natürlich, wenn er sich über seine Grenzen und Konsequenzen bereits im Voraus im Klaren ist. Aber wie Kinder nun mal sind, vergessen sie diese im Eifer des Gefechts gerne schnell. Nachbereitende Gespräche helfen auch sehr, da Kinder in ruhigen Moment ihr Verhalten meist besser reflektieren können.

Letztlich musst Du in allen Bereichen der Erziehung konsequent handeln. Kinder respektieren ihre Eltern meist mehr, wenn sie wissen, dass sie es mit ihren Aussagen ernstmeinen und vor Konsequenzen nicht zurückschrecken. Außerdem gibst Du Deinem Kind eine besonders wichtige Lehre mit auf den Weg: Nicht nur zuhause folgen auf unrechtmäßiges Verhalten Konsequenzen, sondern auch im realen Leben.