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Wie lernen Jungen zu Hause am leichtesten

Lernen - Wie Jungen lernen

Die meisten von uns haben wohl jetzt die Herausforderung, dass unsere Kinder lernen müssen. Ein riesen-großer Pack Unterlagen, den unsere Kids in die Hand gedrückt oder per Post zugeschickt bekommen haben, soll bearbeitet werden. Eine Herausforderung, die für viele Schüler zu groß sein kann. 

 

Vor allem für Jungen ist es wichtig, gestalten zu können. Dann ist es „ihres“, etwas das sei mitgetragen haben. Und umso leichter fällt es ihnen auch, Verantwortung zu übernehmen.

 

Also, lass deinen Sohn bei den Entscheidungen, wenn es um das Homelearning geht, dabei zu sein. Auch wenn es bedeutet, dass es die eine oder andere Diskussion gibt. Klar, das gehört dazu. 

 

Lass uns betrachten, wie Homelearnign auch für deinen Sohn funktionieren kann und er dabei auch noch Spaß hat:

8 Tipps, wie zu Hause lernen einfach geht

Jungen habe eine andere Gehirnstruktur als Mädchen, ihre neuroyalen Netzwerke im Gehirn sind anders vernetzt. Daher gibt es bei Jungen auch etwas andere Empfehlungen, wenn es um das erfolgreiche Lernen geht. Diese Tipps helfen dann auch bei den Hausaufgaben , wenn der normale Alltag wieder einkehrt.

 

1. Richtet gemeinsam einen Arbeitsplatz ein

Der Arbeits- oder Lernplatz deines Sohnes soll möglichst wenig Ablenkung bieten. Jungen lassen sich leicht ablenken. Das unfertige Legogefährt im Eck, die Nerf, die darauf wartet in die Schlacht zu ziehen oder das Bild, das noch nicht ganz fertig ist, lenken ihn ab. Daher, sucht euch einen Platz im Haus oder der Wohnung, wo dein Sohn möglichst wenig abgelenkt ist. Dazu gehört natürlich auch, wie in der Schule, das Handy muss während der Lernzeit weg.

 

2. Der Riesen Haufen an Aufgaben

Setzt euch gemeinsam hin und sortiert erstmal die Aufgaben, die dein Sohn bekommen hat nach Fächern. Hilf ihm dabei, seine Aufgaben auch zu trennen, also mit Ablagefächern, Folien oder ähnlichem. So wird der Riesen Haufen schnell zu einzelnen, übersichtlichen Häufchen. Nutzt auch zusätzliche Medienquellen. Geographie, Geschichte, Physik oder andere Naturwissenschaftliche Fächer können vielleicht durch YouTube erklärvideos zusätzlich vertieft werden. Hilf deinem Sohn bei der Wahl der Videos und besprich mit ihm, dass er sich nicht ablenken lassen soll. Es geht darum, Stoff zu vertiefen.


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3. Arbeitet gemeinsam einen Stundenplan aus

 

Überlegt gemeinsam, wieviele Stunden von Montag bis Freitag reichen, um das Arbeitspensum zu erfüllen. Vielleicht reichen ja täglich 4 Stunden konzentriertes Arbeiten.

 

Wann beginnt die Schule?

Wie in der Schulzeit, solle es einen festen Zeitpunkt geben, wann die Schule beginnt. Bedenke dabei auch, dass Jungen in der Pubertät einen anderen Schlaf-Wach Rhythmus haben. Den könnt ihr (im Rahmen) berücksichtigen. Wenn ihr um 09:00 startet, dann muss es aber auch 09:00 sein.

 

Wann ist die Schule zu Ende?

Das Schulende muss nicht jeden Tag gleich sein. Wenn der Großteil der Familie zu Hause ist oder von zu Hause arbeitet, könnt ihr euch ja aufeinander abstimmen und die gemeinsame Zeit Mittags nutzen um zusammen zu Essen.

Tipp: Jungen können sehr wohl im Haushalt mithelfen. Plant die Tage so, dass Dein Sohn auch Mittags im Haushalt mithelfen kann.

 

Regelmäßige Pausen einplanen!

Pausen sind wichtig und notwendig, damit dein Sohn konzentriert lernen kann. Vielleicht macht ihr 40 Minuten Blöcke, dein Sohn kann sich einen Timer stellen und bis zum Läuten des Timers durcharbeiten. Vielleicht passen auch 30 Minuten Blöcke besser. Testet es gemeinsam aus. Das Ziel ist natürlich, in der geplanten Zeit auch die Aufgaben zu erledigen. 

 

Sinnvolle und wirksame Fächerblöcke einrichten.

Überlegt euch, ob es sinnvoll ist den Stundenplan nach Blöcken aufzuteilen. Also statt wie in der regulären Schule (fast) jede Stunde ein anderes Fach vielleicht mal einen ganzen Tag Englisch. Redet darüber und probiert verschiedene Blockeinteilungen aus.

 

4. Vereinbart gemeinsame Verhaltensregeln

 

Jungen brauchen klare Ansagen, das gibt Orientierung und Sicherheit. Und… du musst damit rechnen, dass dein Sohn die Regeln auch mal bricht, sie in Frage stellt. Das gehört zum Junge sein dazu. Bleib erstmal bei den Regeln, die ihr gemeinsam entworfen habt. Nach der „Schule“ könnt ihr darüber reden, ob die Regeln geändert werden müssen.

 


"Viele Jungen tun sich leichter Dinge zu lernen, wenn sie sich dabei bewegen dürfen. Das entspricht bei vielen Jungs auch ihrem angeborenen Naturell. Move!"


5. Wie Jungen lernen

 

Jungen sind Bewegungungswunder

Jungen brauchen Bewegung. Stundenlanges stillsitzen ist gegen das Naturell von Jungen. Testet verschiedene Varianten des Lernens. Vielleicht tut sich dein Sohn leicht, wenn er herumläuft während er lernt. Vielleicht tut er sich stehend leichter oder in dem er auf seinem Bett liegt. Aber: reduziert gemeinsam Quellen der Ablenkung.

 

Wer viel arbeitet braucht regelmäßige Pausen

Nach jeder Lerneinheit soll es eine Pause geben. Öffnet das Fenster, dein Sohn kann einen Bissen Essen, etwas trinken oder eine Runde gehen. Bitte kein Smartphone oder auch nicht paddeln. Das gelernte wird durch die starken Reize der Spiele im Gehirn überschrieben. Das wäre doch Schade, wenn das Gelernte von irgendwelchen Spielen überschrieben wird.

 

Ähnliche Themen zusammen fassen

Teilt gemeinsam Blöcke ein. Ein Block Mathe, vielleicht sogar zwei Stunden. Dann Physik oder Biologie, usw. Überlegt gemeinsam, wo dein Sohn Nachholbedarf hat und ob er sich leichter tut, wenn ein Lernblock aus 2 Mal dem selben Fach besteht oder ob es ihm leichter fällt, wenn er Abwechslung hat. Überlegt auch, welche Fächer gut zusammen passen und baut auch immer wieder „Erhohlungsfächer“ ein. Also Themen, bei denen sich dein Sohn leicht tut oder die ihm besonders viel Spaß machen. Nach zwei Stunden solltet ihr dann eine größere Pause einrichten. 5 Minuten, in denen er etwas Essen oder etwas trinken kann. Auch hier gilt, keine Medien, die das Erlernte wieder „überschreiben“.

 

6. Schulatmosphäre

Organisiere dir eine Glocke, einen Gong, eine Hupe oder sonst irgendwas, mit dem du den Beginn des Unterrichts, die Pausen und das Ende des Schultages akustisch mitteilst. Das macht Spaß und du brauchst nicht herumschreien. Du wirst sehen, Dein Sohn wird sich sehr schnell an das akustische Signal halten. Nach dem Schulblock ist auch der Arbeitsplatz wieder ordentlich und bereit für den nächsten Tag zu hinterlassen.

 

7. Ablauf des Tages

Aufstehen, Frühstücken, Zähneputzen usw. So wie wenn Schule ist. Vereinbart auch, dass er pünktlich mit geputzten Zähnen  und angezogen zur „Schule“ kommt. So wie wenn er eben zur Schule geht. In der großen Pause kannst du ihm, oder er sich selbst, eine Brotzeit oder Jause richten. Den Beginn der großen Pause kannst du mit deiner Glocke, Hupe oder so akustisch einläuten. Ebenso das Ende und sowieso, das Ende des Schultages. 


"Jungen brauchen klare Abläufe. Das hilft ihnen sich zu organisieren und gibt ihnen Sicherheit. Auch wiederkehrende Rituale helfen Jungen sich zu orientieren und helfen Ungewohntes besser zu verarbeiten."


8. Überprüfen des Gelernten

 

Je nach Alter deines Sohnes, ist es wahrscheinlich notwendig zu überprüfen, ob das Gelernte auch sitzt. Braucht er noch irgendwo Unterstützung, kannst du ein Themengebiet vertiefen? Spätestens nach der Beendigung eines Themenblockes solltet ihr gemeinsam feststellen, ob er das Gelernte auch wirklich beherrscht. Aber auch jetzt, sei auf der Seite deines Sohnes. Es ist auch für ihn eine Sondersituation, an die er sich erst gewöhnen muss.

 

9. Wie kannst du deinen Sohn „Mental“ unterstützen

 

Zuversicht geben

Es ist auch für deinen Sohn nicht leicht. Plötzlich muss er sich selbst organisieren, sich seine Aufgaben einteilen und Verantwortung übernehmen. Denk dran: Verantwortung übernehmen kann nur der, der auch Verantwortung bekommt. Also, lass ihn machen, auch wenn du es besser könntest. Durch Fehler lernt er und erwirbt durch erledigte Aufgaben Selbstvertrauen. Dennoch, aufmunternde Worte geben Zuversicht und ihm die Sicherheit, nicht alleine zu sein.

 

Anerkennung zeigen und Loben

Wenn dein Sohn einen Themenblock abgearbeitet hat, kannst du ihn ruhig mal loben. Glaub mir, er wird sich darüber freuen. Versuche deinen Fokus auf das zu legen, was dein Sohn gut kann, weniger auf das was er nicht kann. Dann wirst du genügend Möglichkeiten finden, ihm Anerkennung zu zeigen oder ihn sogar zu loben.

 

Über den Schultag sprechen

Redet darüber, wie es an dem „Schultag“ war, wie es deinem Sohn ging. Müsst ihr vielleicht etwas an der Organisation verändern oder kann dein Sohn es alleine. Macht den Rahmen flexibel und vereinbart „Feedback-Gespräche“. Wie läuft es bei ihm, was würde er verändern. Und was meinst du? Was würdest du verändern.

Alles in allem ist Homelearning ja auch eine Chance, das was in der Schule nicht ideal läuft, besser zu gestalten. Zugeschnitten auf deinen Sohn. Klar, es braucht sicher ein wenig getüftele um herauszufinden wie dein Sohn sich am Leichtesten tut. Die Mühe ist es aber wert.

 

Ich hoffe sehr, die Tipps können euren gemeinsamen Alltag ein wenig einfacher gestalten.

 

Alles Gute und bleibt gesund und munter

 

Anton

 

P.S. Schreib doch in die Kommentare wie es dir gerade mit deinem Sohn geht. Damit unterstützt du andere Eltern von Söhnen. Danke!

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Kommentare: 2
  • #1

    Andreas (Donnerstag, 19 März 2020 19:47)

    Danke Anton für die wertvollen Tipps, aktuell diskutieren wir mehr als dass konsequent und zielorientiert gelernt wird. Morgen vereinbaren wir die Regeln und halten diese hoffentlich ab Montag ein..... Update mit Erfolgsmeldung (hoffentlich) folgt!

  • #2

    Timo (Donnerstag, 19 März 2020 20:16)

    Auch von uns, danke für deine wertvollen Tipps. Wenn ich mir das durchlese und vorstelle wie das gehen könnte, dann wird es schon einfacher. Ich denke auch, das könnte dann auch für den (fast) täglichen Hausaufgaben Streß gut sein. Danach, nach Corona! Wie bei allen Artikeln merkt man gut, dass du/ihr wisst wovon ihr sprecht. Danke