Und Gestern? Sohnemann im Krankenhaus!

Dieser Tag in der Türkei entwickelte sich so ganz anders als erwartet. Und ich lernte meinen Sohn von einer ganz anderen Seite kennen. Gemeinsam, als Team kämpften wir uns durch einen Prozess, den wir beide so nicht vorgesehen hatten.
Dieser Tag in der Türkei entwickelte sich so ganz anders als erwartet. Und ich lernte meinen Sohn von einer ganz anderen Seite kennen. Gemeinsam, als Team kämpften wir uns durch einen Prozess, den wir beide so nicht vorgesehen hatten.

 


Der Tag fing an wie die meisten Tage....

 

Wie jeden Morgen, so ohne Mädels, tobten wir am Morgen im Bett herum. Heute standen so spannende Sachen wie Drachenkämpfe, Judoübungen und Männersraufen auf dem Programm. Nach der Morgenpflege gingen wir recht entspannt frühstücken und besprachen den Plan des Tages.

 

Und... der Plan war echt umfangreich. Als erstes nach dem Frühstück ging es ins Zimmer zum Zähneputzen und Sachen zusammenpacken für den großen Vormittagsausflug: Riesensandburg am Strand bauen. Und mit riesig meinte ich riesig. Ich wollte Max echt überraschen, ich wollte mit ihm zusammen die größte Sandburg des Universums bauen. So hatte er sich das gewünscht. Also marschierten wir voller Tatendrang los, fütterten auf dem Weg die Hasen und spazierten die Seepromenade entlang.

 

Der erste Arztbesuch im Hotel...

 

Bis Max meinte, er hat Bauchweh. Und aus Erfahrung weiß ich, das heißt nichts Gutes. Und so war es auch. Das Frühstück kam auf der Promenade retour und wir  eilten ins Zimmer um den Rest im Klo zu versenken.

 

Eigentlich ging es ihm den ganzen Tag recht gut, wir lachten, hatten Spaß und redeten viel. Immer wieder unterbrochen von unseren Ausflügen ins Bad, wo er die Kloschüssel umarmte. Am späteren Nachmittag rief ich dann an der Reception an und fragte nach einem Arzt. So konnte das nicht weitergehen, vor allem, weil Mittwoch Mittag ja die Mädels nachkamen. Der Arzt meinte, er könnte nichts tun, wir sollen das Blut checken. Aha, ein kleiner Picks in den Finger, ein bisschen Blut rausgedrückt, ein paar Tröpfchen und alles wird gut. Also stimmte ich zu. Dann hieß es warten, warten, warten. Bis eine Dame meinte: „der Driver ist da“! Wie „driver“? Wo geht es denn hin? Zum Kinderarzt.

Der zweite Arzt, dann schon im Krankenhaus...

 

Also, rein in ein Auto mit 3 anderen und ab zum Kinderarzt. Nach 20 Minuten wilde Fahrt kamen wir an. Nicht beim Kinderarzt sondern in einem Krankenhaus. Und dieses Krankenhaus war halt nicht das was ich in Mitteleuropa gewohnt bin.  Hektisches Treiben, Leute in den Gängen und richtig hygienisch sag es auch nicht aus. Nach einer Weile kam eine Dolmetscherin und meinte: „der muss wohl hier bleiben“! Da dachte ich: SICHER NICHT! Mein Sohn braucht ein wenig Medizin, dann rockt er den Laden wieder. Ausserdem, woher soll denn eine Dolmetscherin wissen, was die Diagnose ist. Irgendwie war ich innerlich schon ein wenig sauer.

 

Der Junge braucht eine Infusion...

 

Dann kam der Arzt, untersuchte ihn und erklärte, so die Dolmetscherin, dass er eine Infusion braucht. Was denn für eine Infusion, fragte ich. Na ja, eine, damit der Magen wieder funktioniert, eine damit er nicht mehr brechen muss und eine, damit sein Füssigkeitsstand wieder aufgefüllt wird. Hey, der Junge war top fit, wir lachten und hatten Spaß. Ausserdem hatte er den ganzen Tag immer wieder getrunken. Da achtete ich besonders drauf.

Irgendwie war mir das alles nicht so geheuer. Aber es leuchtete irgendwie ein. Dann kam auch schon ein junger Kerl, der dem Kleinen zitternd den Zugang legte. War es sein erstes Mal? Maxi weinte und ich auch fast. Er tat mir so leid. Vor ein paar Minuten hatten wir noch gelacht und Spaß gehabt, uns geneckt und gedacht, die Geschichte wäre gleich vorbei und jetzt hing mein Junge am Tropf. 2 Stunden würde das dauern. Mittlerweile war es 19:00.

 

Der dritte Arzt dann auch im Krankenhaus...

 

Dann kam noch eine andere Ärztin vorbei, die genau die gleichen Untersuchungen nochmal machte und dabei ganz ernst blickte. Ich dacht mir, was ist denn jetzt schon wieder los? Mit sehr ernster Miene übersetzte die Dolmetscherin, wir haben 2 Möglichkeiten. Max bleibt im Krankenhaus und bekommt noch weitere Infusionen oder sie verschreibt uns ein Rezept und wir können dann gehen.

 

Infusion abwarten, bezahlen und schnell zurück...

 

Na ja, ich entschied mich für Vorschlag 2. Schnell nach Hause. Vorher mussten wir noch auf ein Zimmer, das Ende der Infusion abwarten und dann an die Kassa, die Rechnung bezahlen. 650,-- Euros. Sogar die Wartezeit im Zimmer wurde berechnet. Ich bin mir nicht sicher, ich denke aber, dass so viel gemacht wurde, weil bare Euros winken. Na ja, heute Morgen ist der Knopf wohl auf, hat gut gefrühstückt und wir warten auf Mama und Lily.