Aus dem Leben eines Strohwitwers - Nix für schwache Nerven

Irgendwie war das schon eigenartig, als Natalie, unsere Kidsbetreuungsperle, meinte „Kann es sein, dass Deine Schuhe nass geworden sind?“ „Warum?“ fragte ich, es konnte ja echt sein, nach einer Woche Vater&Sohn Camp in den Bergen.


Vielleicht waren sie ja beim Brückenbauen, Bogenbauen oder Pfeilschnitzen nass geworden. Oder als wir den See überquert haben. Bei den Orientierungsübungen eher nicht, da hatten wir ja Sonnenschein. „    

Sind das echt meine Schuhe, die so stinken?

„Na ja“ meinte Natalie, „ich fragte ob Deine Schuhe nass geworden sind, weil sie ein wenig stinken.“ „Das kann nicht sein, meine Schuhe stinken nicht, gib mal her.“ Und tatsächlich, Sie rochen, nein sie stanken nach..... Verwesung. Also das kann ja echt nicht sein. Wo war ich denn da hineingestiegen. SO schlimm war es dann doch nicht, im Camp. Zumindest hat die Endzählung genau 12 ergeben.



Also gleich viele Jungen und Väter wie am Anfang des Camps. Der Verwesungsgeruch musste also von wo anders kommen. Sicherheitshalber zählte ich noch meine Zehen: 10 waren es, 5 pro Fuss. Also an einem abgefallenen Zehen, der sich im inneren meines Bergschuhes versteckt hatte, konnte es auch nicht liegen. 

Irgendwie habe ich die Stinkesache dann vergessen, meine Schuhe muffelten vor der Türe vor sich hin. Als ich mir dann im Gang meine (anderen) Schuhe anziehen wollte, streifte mich so ein Schwall von süßlichen Verwesungsduft. Aha, da muss also mehr sein. Und so war es dann auch. Unsere liebe Emma hatte uns in unserer Abwesenheit ein Geschenk gemacht. 

Aha, das Rätsel ist gelöst!

Eine Maus! Ach ja, Emma ist unsere Katze. Und diese Maus lag wohl schon was länger da im Eck im Gang. Die muss weg, dachte ich. Als ich sie, bewaffnet mit Gummihandschuhen und zur Sicherheit noch 5 Lagen Küchenpapier aufhob um sie in den Müllsack zu geben, offenbarte sich das wahre Ausmass des Disasters. Unter der Maus hatte sich eine Kolonie von Fliegenmaden gebildelt, die sich munter und fröhlich auf dem Boden rekelten. Nach rekeln war mir bei dem Anblick echt nicht zu mute, viel mehr nach ekeln.    

Und jetzt, wie bekomme ich das Ekelzeugs denn weg?

Nun aber, was tun? Gleich mal das Web gecheckt: verbrennen war da ein Vorschlag. Geht nicht bei uns auf dem Holzboden. Mit Brandkalk vernichten: geht auch nicht, weil ich das Zeugs nicht daheim habe und es auch wie „Großbrand-Kalk am Steuerberg“ klingt. Essig mit kochendem Wasser: Aha, das klingt schon besser. Also, Wasser kochen, Essig rein und los.

 

Ach ja, vorher noch den Hausbewohnern Bescheid geben: da gibt es die Kids, dann Natalie unsere Kinderaufpassfee, Nico und Tomas, unsere Sommer-Haus-Erledigungs-Gehilfen und Julian, unseren sehr kurzfristig angereisten Austauschschüler aus der USA. "Don´t touch the Küchenrollenpapier!" Danach war Larvenverbrühen angesagt.

 

Und es half! Alle verwandelten sich von durchsichtig in weiß und bewegten sich nicht mehr, nachdem sie eine, zugegebenermassen zu heiße, Dusche erhalten hatten. Hoffentlich übersteht das mein Holzboden. Werde ich morgen sehen!




 

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